Amazon startet Cloud-Speicher für selten benötigte Daten

Im Amazon Glacier sollen sich Daten dauerhaft und preiswert lagern, quasi einfrieren lassen. Vor allem für Datensicherungen und Archive ist das praktisch.

Zwar lassen sich auch jetzt schon Daten bei Amazon Web Services lagern, doch Dienste wie S3 sind bislang kaum für Daten geeignet, die selten benötigt werden. Für diese sind einerseits die Speicherkosten in der Amazon-Cloud vergleichsweise hoch, andererseits wird die gebotene I/O-Performance überhaupt nicht benötigt. Abhilfe soll hier Amazon Glacier schaffen, der als kostengünstiger Speicher konzipiert ist, auf den selten zugegriffen wird und bei dem es nicht auf kürzest mögliche Abrufzeiten ankommt. Dort sollen nach dem Willen von Amazon vor allem Daten gelagert werden, die nicht oft oder niemals benötigt werden, die aber dennoch vorgehalten werden müssen. Beispielsweise Datensicherungen, Archive, alte Datenbanken sowie Finanzunterlagen und alles andere, das von Gesetzes wegen aufbewahrt werden muss.

Amazon Glacier schlägt in der EU-Region mit 1,1 US-Cent pro gespeichertem GByte und Monat zu Buche, dazu kommen 5,5 US-Cent pro 1000 Upload- und Retrieval-Anfragen. Das Datenvolumen beim Upload wird nicht berechnet, beim Download fallen je nach Datenmenge bis zu 12 US-Cent pro GByte an. 1 GByte pro Monate ist allerdings kostenlos. Da Glacier als langfristiger Speicher gedacht ist, wird zudem eine Gebühr von 3,3 US-Cent pro GByte für Daten berechnet, die innerhalb von 90 Tagen nach dem Ablauf wieder gelöscht werden.

Die Daten bei Amazon Glacier werden in Archiven verwaltet. Ein Archiv kann aus einer oder mehreren Dateien bestehen, die Glacier in Tresoren organisiert. Ein Tresor fasst maximal 40 GByte, pro Amazon-Region lassen sich 1000 Tresore anlegen.

Der Zugriff auf den Speicher erfolgt per AWS Management Console oder Amazon Glacier API. Die Daten werden über eine SSL-gesicherte Verbindung übertragen und mit 256 Bit AES verschlüsselt abgelegt. Der Zugriff lässt sich über AWS Identity and Access Management-Service (IAM) regeln, so dass beispielsweise einzelne Mitarbeitet auf unterschiedliche Daten zugreifen können.

Werden die Daten benötigt, wird ein Auftrag angelegt und Amazon stellt die Daten innerhalb von 3,5 bis 4,5 Stunden bereit – damit ist Glacier tatsächlich nur für selten benötigte Daten geeignet. Der Status von Aufträgen kann via Amazon Simple Notification Service (Amazon SNS) überwacht werden.

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