SAP-Anwender bleiben der Cloud fern

Während Cloud Computing in vielen Bereichen an Fahrt gewinnt, beschäftigen sich die meisten SAP-Anwender lieber mit der Optimierung ihrer Prozesse und Software-Assets.

Prof Dr Karl Liebstueckel, DSAG

Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG

Während Cloud Computing für die Analysten 2012 erwachsen wird und den Markt durchdringen soll, steht es für die meisten SAP-Anwender ganz unten auf der Agenda, wie eine aktuelle Investitionsumfrage der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG) zeigt. Die Mitglieder der DSAG melden für 2012 einen durchschnittlichen Anstieg ihrer IT-Budgets um 3,4 Prozent. An vorderster Stelle steht für jeden Dritten demnach in diesem Jahr die Ausweitung der eingesetzten SAP-Landschaft, die Investitionen in neue Lösungen sollen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent nach Oben geschraubt werden. Während Virtualisierung bei 71 Prozent der SAP-Betreuer weiter schwer gefragt ist, und auch das Thema Mobility inzwischen von mehr als der Hälfte angegangen wird, spielen die aktuellen Hype-Themen Cloud Computing und In Memory Datenbanken allerdings kaum eine Rolle.

Der größte Teil der Befragten will demnach dieses Jahr vor allem in Prozesse (56 Prozent), Software, Lizenzen und Upgrade-Projekte (36 Prozent), sowie Hardware (18 Prozent) investieren. Im Einzelnen steht dabei für die DSAG-Anwender meist ihr SAP ERP (62 Prozent) an vorderster Stelle, besonders im Logisitk-Bereich (41 Prozent) und im Rechnungswesen (27 Prozent) sind hier Investitionen vorgesehen. Viele Verantwortlich planen zudem Investitionen in SAP NetWeaver-Projekte (38 Prozent) wie Business Warehouse (19 Prozent) oder NetWeaver Portal (10 Prozent). Darüber hinaus haben 15 Prozent der Befragten Budget für den SAP Solution Manager reserviert. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG, konstatiert: „Ungeachtet der Hype-Themen wie Cloud Computing oder Mobility ist die Investitionsbereitschaft von SAP-Kunden im ERP-Umfeld nach wie vor am größten”.

Wenig bewegt sich einstweilen beim Support, zumindest in Deutschland. Noch immer bevorzugen etwas mehr Unternehmen den Standard (41 Prozent) vor dem Enterprise Support (36 Prozent), nur rund drei Prozent erwägen einen Wechsel. In der Schweiz und in Österreich hingegen liegt der Enterprise Support inzwischen klar vorne in der Gunst der DSAG-Mitgliedsunternehmen. Nur jeweils ein Prozent der Befragten gaben an, die Wartung an einen Drittanbieter vergeben zu haben, oder ganz darauf zu verzichten.

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