Channel steht vor Cloud-Problemen

Die meisten Reseller machen derzeit nur wenig Umsatz mit Cloud-Services. Ursache sind unflexible Hersteller, komplexe Cloud-Programme und proprietäre Technologien – sowie die Cloud-Anbieter selbst, die ihren Partnern Konkurrenz machen.

Derzeit setzt der Channel auf diese Cloud-Services. (Quelle: Brocade)

Viele Reseller räumen cloud-basierten Services eine hohe Priorität ein, hat man die Cloud doch als wichtiges Zukunftsthema ausgemacht. In einer Umfrage von Brocade unter 532 Resellern im Juni und Juli dieses Jahres gab mehr als die Hälfte an, dass sie erwartet, bis 2020 den meisten Umsatz mit Cloud-Diensten zu machen, ein Drittel geht sogar von mehr als 75 Prozent aus.

Aktuell ist man davon aber noch weit entfernt, denn obwohl etwa die Hälfte der Reseller bereits Cloud-Dienste anbietet (49 Prozent), tragen diese nur wenig zum Umsatz bei. Nur 9 Prozent generieren damit mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen, bei zwei Dritteln der Befragten sind es nicht einmal 10 Prozent.

Die Gründe sieht man vor allem bei den Herstellern, die als unflexibel eingestuft werden und deren Cloud-Programme man für wenig innovativ und übermäßig komplex hält. Darüber hinaus sieht man sich durch proprietäre Technologien eingeschränkt und ärgert sich darüber, dass sich die Cloud-Anbieter zu Konkurrenten aufschwingen. Der Wettbewerb mit den Herstellern wird denn auch von den meisten Resellern als größte Herausforderung beziehungsweise größte Bedrohung für ihr Geschäft ausgemacht, größer noch als die angespannte wirtschaftliche Lage.

Als Reaktion auf die neue Konkurrenz haben 54 Prozent der Reseller ihr Service- und Beratungsangebot ausgebaut. 41 Prozent haben neue Anbieter in ihr Portfolio aufgenommen und ebenso viele versuchen gezielt, sich von ihren Partnern zu differenzieren. Die Loyalität zu bestimmten Herstellern und Distributoren sei durch die Notwendigkeit zu handeln ersetzt worden, konstatiert man bei Brocade.

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