Software und IT-Systeme aus der Cloud

Bei Cloud-Lösungen mieten sich Unternehmen genau die Rechenkapazität und Anwendungen, die sie benötigen. Die Abrechnungsmodelle orientieren sich an der tatsächlichen Nutzung. Firmen sparen IT-Kosten im großem Stil.

Die Vielfalt an IT-Services, die Unternehmen heute aus der Cloud beziehen können, ist gewaltig. Virtuelle Desktops ersetzen lokale PCs, Security-Services schützen das Unternehmensnetzwerk, große Datenmengen stehen jederzeit über Cloud-Speicher bereit und essenzielle Anwendungen wie ERP, CRM, E-Mail und Projektmanagement sind als Cloud Service von überall aus zugänglich. Die Services sind nicht nur günstiger als eigene IT-Infrastrukturen. Besser noch, sie sind jederzeit dynamisch anpassbar und orientieren sich immer genau am Bedarf des Unternehmens. Somit gehören Investitionen in IT-Systeme und Softwarelizenzen, die schon bald verstauben, weil sich die Anforderungen geändert haben, der Vergangenheit an.

Cloud Computing beruht auf dem Prinzip: „Abgerechnet wird nach Verbrauch”. Externe Dienstleister erheben meist eine monatliche Miete pro Anwender. Einige Angebote werden auch nach Leistung wie Speicherkapazität oder minutengenau nach der Nutzung der Systeme abgerechnet. Nach Schätzungen von Microsoft sparen sich Unternehmen dadurch im Schnitt 80 Prozent der IT-Kosten.

Infrastruktur, Plattform und Software
Man unterscheidet drei Arten von Cloud-Diensten: Infrastrukturdienste (Infrastructure-as-a-Service), Plattformen (Platform-as-a-Service) und Anwendungen (Software-as-a-Service). Vor allem Software-as-a-Service (SaaS) hat sich in allen Bereichen durchgesetzt. Für jede vor Ort installierte Software findet man heute eine attraktive Alternative in der Cloud. Über die Hälfte der Unternehmen mietet Software, von E-Mail- und Collaboration über Backup und Storage bis hin zu hochkomplexen Applikationen wie Business Intelligence. Der Roll-out dieser Anwendungen ist besonders einfach möglich, weil die Software einsatzbereit übers Internet bereitgestellt wird.

Möchte die IT-Abteilung eigene Anwendungen in der Cloud betreiben, beispielsweise Test- und Entwicklungssysteme, bietet sich ein Plattformservice an. Der Cloud-Anbieter stellt eine vorgefertigte Computerumgebung bereit, in der bestimmte Software lauffähig ist. Eine solche Platform-as-a-Service (PaaS) bieten zum Beispiel Google mit der Google App Engine und Microsoft mit Windows Azure an.

Am flexibelsten ist schließlich ein Infrastruktur-Dienst. Hier bestimmt der Kunde nicht nur welche Software er nutzen möchte, er kann auch selbst Betriebssysteme und Laufzeitumgebungen einrichten. Unternehmen mieten bei Infrastructure-as-a-Service (IaaS) im Grunde nur Rechenkapazität, um bestimmte Aufgaben zu lösen. Amazon EC2 stellt beispielsweise „on Demand” die gewünschte Prozessorleistung, Speicher und andere Ressourcen eines virtuellen Computersystems bereit, die der Nutzer dann mit einem Betriebssystem und Anwendungen füttert.

Cloud Computing: Vorteile und Probleme
Für Unternehmen, die ihre Software und Systeme aus dem eigenen Rechenzentrum in die Cloud verlagern, sind die Hochverfügbarkeit der Dienste und der Datenschutz wichtige Faktoren für den Erfolg. Drei Viertel der IT-Manager haben laut einer Umfrage von Mimecast noch Sicherheitsbedenken beim Cloud Computing. Hinzu kommt die Sorge, dass sich eine Migration der Daten zurück ins eigene Datenzentrum oder zu einem anderen Dienstleister als schwierig entpuppt: Die Abhängigkeit vom Anbieter steigt mit der Menge an Daten und IT-Ressourcen, die ausgelagert werden.

Dem gegenüber stehen überzeugende Vorteile: besonders die Kostensenkung und Flexibilität sind Pluspunkte der Cloud. Der Provider stellt die Online-Dienste in einem verteilten Rechenzentrum bereit und hält zusätzliche Ressourcen vor, die der Kunde bei Bedarf sofort abrufen kann. Kunden zahlen aber nur den tatsächlichen Verbrauch. Somit verlagern Unternehmen einen großen Teil des Aufwands und des Risikos auf den Cloud-Anbieter.

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