Bitkom: „Deutschland braucht eine strategische Daten-Standortpolitik”

Der Hightech-Verband Bitkom fordert eine Neuorientierung der Infrastrukturpolitik. Ihre Anpassung an die digitale Zukunft sei grundlegend, um den Erfolg der deutschen Industrie langfristig abzusichern.

Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf

Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf fordert die Politik und Wirtschaft zum Handeln auf. (Foto: Bitkom)

In einem industriepolitischen Grundsatzpapier fordert der Hightech-Verband Bitkom die deutsche Politik- und Industrielandschaft zur Modernisierung und Anpassung der Infrastrukturen auf. Der fortschreitende digitale Wandel in einer von Hightech getriebenen Wirtschaft müsse zu neuen Konzepten und Lösungen führen, um die Zukunftsfähigkeit des Standortes zu sichern. „Modernisierung von Infrastrukturen heißt heute Digitalisierung”, fasst Bitkom-Präsident Dieter Kempf die Forderungen Fazit zusammen. Dies erfordere parallele Maßnahmen für sämtliche Infrastrukturen in den fünf zentralen industriellen Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und öffentliche Verwaltung. Besonders die öffentliche Hand sei als Initiator neuer Technologien unentbehrlich, um Investitionsanreize zu setzen und neue Märkte zu schaffen. „Der Staat muss seine Rolle als Wegbereiter des digitalen Wandels aktiv wahrnehmen”, so Kempf.

Eine der infrastrukturellen Technologien, der bei der digitalen industriellen Revolution eine besonders wichtige Stelle zukommen soll, ist aus Sicht des Bitkom das Cloud Computing und daraus erwachsende „Smart Grids”. So soll etwa eine deutsche „Hochschul-Cloud” geschaffen werden, die den höheren Bildungseinrichtungen deutschlandweit eine zentrale Plattform für Inhalte, Austausch und Kooperationen bietet. Wenn die deutsche Politik und Wirtschaft es schaffen, den Hebel der neuen Technologien richtig anzusetzen, so das Papier, könne eine weltweite Vorreiterrolle beim Aufbau der immer wichtiger werdenden intelligenten Netze erreicht werden. Allerdings hat dieser Innovationsplan auch seinen Preis. Der Bitkom rechnet mit nötigen Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe, die Staat und Wirtschaft in den nächsten Jahren leisten müssen. „Deutschland braucht eine strategische Daten-Standortpolitik“, fordert Kempf deshalb unmissverständlich. Dabei müsse gerade auf dem Gebiet der Sicherheit auch noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden: „Eine moderne Datenpolitik stellt den Datenschutz in den Mittelpunkt, betont aber zugleich die großen Chancen der Datennutzung für jeden einzelnen Patienten, Verkehrsteilnehmer, Energieverbraucher oder Studierenden.“

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